März 14

Herz brennt

Hm, ist das wirklich so? Kann man wirklich nichts tun? Ja und Nein.

Der erste Schritt des Tuns ist das Nichttun. Und zwar in dem Sinne, nicht zu versuchen, die Trauer, den Schmerz, den Groll und was da alles noch in einem tobt, wegmachen zu wollen. Also nicht unterdrücken, nicht wegdrücken, sondern fühlen.

Dieses Dalassen, dieses Fühlen scheint einem zunächst unerträglich, was der Grund ist, zu versuchen, diesen Zustand zu vertreiben, zu ignorieren, zu verdrängen, wegzureden, mit Aktivitäten jeder Art regelrecht zu erschlagen. Lässt man sich aber tatsächlich darauf ein, so wird man feststellen, dass der Zustand nicht unendlich und nicht von unbegrenzter Dauer ist. Vielleicht erträgt man ihn fünf bis zehn Minuten und stellt fest, dass er sich schon innerhalb dieser kurzen Zeitspanne verändert. Vielleicht verändert er sich auch erst nach einer Stunde oder später – aber das gibt Anlass zur Hoffnung und vielleicht entstehen daraus einige Erkenntnisse: Lesen Sie weiter

März 14

Helfen? Ja, bitte!

… aber nicht um jeden Preis. Im Laufe der mehr als vier Jahre, in denen ich mich in unterschiedlichen Foren für Angehörige Inhaftierter bewegte, fiel mir auf, dass viele Frauen dazu neigen, sich für den inhaftierten Partner, Sohn, Bruder, Freund aufzugeben. Ein Verhalten, das mir auch an mir selbst auffiel und das mir nicht unbekannt war.

Bekannt geworden ist dieses Verhaltensmuster Ende der 70er Jahre als „Helfersyndrom“. Es bezog sich ursprünglich auf professionelle Helferberufe und auf die Personen, die auf Grund ihrer Persönlichkeitsstruktur dazu neigen, anderen ohne Rücksicht auf das eigene Befinden zu helfen. Ursache dieses Verhaltens ist meist ein gering ausgeprägtes Selbstwertgefühl und der oft nicht bewusste Wunsch, dieses mittels „guter Taten“ aufwerten zu wollen. Man hilft, um Anerkennung zu erhalten, wahrgenommen zu werden als besonders wertvoller Mensch. Übersehen wird dabei leider die eigene innere Bedürftigkeit, die dazu verleitet, geradezu süchtig danach zu werden, anderen zu helfen. Der „Geholfene“ wird dabei nicht selten überrollt, seine Wünsche, Bedürfnisse oder auch Aussagen werden ignoriert. Ihm muss geholfen werden um jeden Preis. Um den Preis, dass sein Hilfebedarf falsch eingeschätzt wird, um den Preis, dass der Helfer sich über seinen Hilfsaktionen selbst vergisst, um den Preis, dass die Art und Weise der Hilfe mehr schadet als nützt.

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